Bergung von 24 Kriegstoten in der Steiermark
In den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs fielen entlang der Hauptkampflinie in der Steiermark zahlreiche Soldaten. Viele von ihnen wurden notdürftig in Wäldern, Schützengräben oder nahe der Gefechtsstellungen beigesetzt und galten jahrzehntelang als vermisst.
Der Verein zur Klärung von Schicksalen Vermisster und Gefallener (VKSVG) führt seit vielen Jahren gemeinsam mit dem Österreichischen Schwarzen Kreuz Bergungs- und Umbettungsarbeiten durch. Auf Grundlage der Erinnerungen eines Zeitzeugen, der die Ereignisse als achtjähriger Junge miterlebte, konnten mehrere bislang unbekannte Grablagen lokalisiert werden. Insgesamt wurden die sterblichen Überreste von 24 gefallenen Soldaten geborgen.
Der Zeitzeuge war gegen Kriegsende gemeinsam mit seiner Mutter und seinen Geschwistern vor den Kampfhandlungen geflohen. Nach der Rückkehr erinnerte er sich an zahlreiche gefallene Soldaten, die in den umliegenden Wäldern zurückgeblieben waren. Seine Hinweise ermöglichten es nun, die Gräber nach jahrzehntelanger Ungewissheit aufzufinden.
Nach Abschluss der behördlichen Untersuchungen werden die geborgenen Kriegstoten auf einem Kriegsgräberfriedhof würdig beigesetzt. Neben den sterblichen Überresten werden häufig persönliche Gegenstände entdeckt, darunter Essbesteck, Trinkflaschen, Taschenlampen, Schuhwerk oder andere Ausrüstungsgegenstände. Diese Fundstücke liefern oftmals wertvolle Hinweise für die spätere Identifizierung.
Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des VKSVG verfolgen mit ihrer Arbeit das Ziel, den Gefallenen ihre Identität zurückzugeben und ihren Angehörigen nach Möglichkeit Gewissheit über das Schicksal der Vermissten zu verschaffen. Auch mehr als sieben Jahrzehnte nach Kriegsende ist diese Aufgabe noch längst nicht abgeschlossen. Historische Unterlagen und Vermisstenlisten weisen weiterhin auf eine große Zahl ungeklärter Schicksale hin, deren Aufklärung einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur und historischen Dokumentation leistet.
VKSVG e.V.